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Die Jets sind zurück!

Tuesday, July 19, 2011

Die Jets sind wieder zurück in der NLA. Nach sechs Jahren Absenz ist Biel seit einer Woche wieder erstklassig und versucht sich als Aufsteiger. Stimmen zeigen bereits jetzt, dass die Jets 2012 in der NLA ein Wörtchen mitreden wollen.

Die Bienna Jets sind einer der grossen Traditionsvereine im Schweizer American Football. Nach den Zurich Renegades sind die Jets mit 27 Jahren das älteste noch existierende Team. In der Geschichte spielte Biel bisher zwar eher eine marginale Rolle (2 Swissbowl Niederlagen bei ebensoviel Teilnahmen), nichtsdestotrotz gehören die Jets zum festen Inventar im Schweizer Football. Nach dem Abstieg 2006 verschwanden die Jets zwar nie von der Bildfläche. Jahr für Jahr galten sie als Favoriten für den Aufstieg, doch kurz vor der Ziellinie wurden sie jeweils abgefangen. 2007 die Broncos, 2008 die Seahawks, 2009 die Gladiators, 2010 die Meanmachine: Gegen alle waren die Jets die ganze Saison über ebenbürtig oder überlegen, nur um dann im Finale zu verlieren.

Dieses Jahr ist alles anders. Die Jets schaffen es, sich gegen Winterthur, Luzern und Lausanne durchzusetzen und gewinnen die NLB. Und anders als zuvor ziehen die Jets das Tempo durch und schlagen den NLA Vertreter Basel Meanmachine. Mit einem rein schweizerischen Kader gewinnen sie zuhause in einem knappen Spiel. Und so soll es weitergehen: NLA Teams schlagen, wenn möglich ohne Imports. Während die Seeländer sich über ihren Aufstieg freuen, wird auch schon die Zukunft geplant. Definitive Entscheide werden im Dezember gefällt, die Stossrichtung scheint aber klar zu sein.

SAFV: 2007, 2008, 2009, 2010: Viermal in Serie habt ihr an der Spitze der NLB gespielt, und dann im entscheidenden Spiel verloren. Ein Fluch, der auf den Jets seit dem Abstieg lastete, ist gebrochen. Hattest du Angst, dass es auch dieses Jahr geschieht, und nicht reichen würde?
Mario Tedeschi, Sport Chef Bienna Jets: “Eigentlich nicht, doch ist ein Spiel erst zu Ende wenn der Schlusspfiff ertönt.”

Die Jets sind als reines Schweizer Team aufgestiegen. Wie sieht die Zukunft der Jets aus? Wollt ihr aufsteigen? Verstärken sich die Jets auf nächste Saison hin? Auf welchen Positionen? Wo denkst du, ist der Unterschied zwischen NLA und NLB am grössten?
Tedeschi: “Zuerst mal Pause machen. Die streng gebündelte Saison erlaubte nicht viel freie Wochenende. Der Aufstieg war und ist immer noch unser Ziel. Über Verstärkungen sprechen wir erst im August. Sicher wird die NLA ein harter Brocken für uns sein, wenn wir nicht dasselbe Szenario erleben wollen, wie die Basel Meanmachine.”
Kevin Keene:
“Das Ziel für die nächste Saison ist jetzt ganz klar in der Nati A bleiben zu können und nicht wieder direkt im Relegationsspiel antreten zu müssen! Ob wir dieser Herausforderung mit oder ohne Verstärkung entgegen gehen werden wir noch sehen. Wir sind jedoch sehr stolz darauf den Aufstieg ohne Import erreicht zu haben.”
Tedeschi: “Wir waren, oder sind immer noch davon überzeugt dass das Wettrüsten mit Imports uns auf eine falsche Fährte lockt. Nicht um jeden Preis wollen wir dabei mitmachen. Unsere Jugendbewegung soll die Möglichkeit erhalten, unter gutem Coaching auch Top zu werden.”

Auf was freust du dich am meisten in der NLA?
Tedeschi: “Bestimmt ist es wieder eine Herausforderung gegen höher dotierte Teams zu spielen und zu sehen wie und wo man steht, sei es mit dem Spieler-Potenzial, wie mit dem Coaching-Staff.”

Während auf der einen Seite gejubelt wird, macht sich auf der anderen Seite Ernüchterung breit. Die Meanmachine müssen zum ersten Mal in der Geschichte absteigen und den Gang in die NLB antreten. Das junge Team hatte einen enorm starken ersten Auftritt und zeigte sich prinzipiell als Bereicherung für die NLA. Schlussendlich wurden sie aber mit ihrer Unerfahrenheit Opfer des extrem hohen Level der diesjährigen NLA. Die Dynamik und den Impact darf man aber nicht unterschätzen: Mit dem Aufstieg 2010 haben die Meanmachine gleich in ihrer ersten Saison versucht, die NLA  zu professionalisieren, und mit ein wenig Glück hätte der Verlauf anders aussehen können. Wie die Zukunft aussieht, wird sich ebenfalls im Dezember zeigen.

Die Basel Meanmachine sind in ihrer ersten Saison direkt aufgestiegen, nun müssen sie einer harten Realität ins Auge sehen. Gehören die Basel Meanmachine in die NLB?
Tedeschi: “Jedes Team das hart an sich arbeitet, gehört meines Erachtens in die oberste Liga, jedoch spielen soviele Faktoren mit, die das alles relativieren. Trainingspräsenz der Spieler, grosses Kader und Coaching-Staff, einen breit abgestützten und kompetenten Vorstand, eine Helfer-Organisation die gewillt ist, Zeit zu opfern um ein Niveau im Umfeld zu halten. Als wir das letzte Mal in der NLA gespielt haben ging diese kleine Art von Profesionalität unter, wir haben daraus gelernt, das kurzfristiges Denken nicht immer zum Erfolg führen kann. Die Basel Meanmachine sind ein gutes Team. Die Spiele waren immer knapp ausgegangen. Ihnen fehlt es sicher nicht am Potenzial oder an der Struktur, es ist auch ein Quäntchen Glück erforderlich, keine groben Verletzungen zu haben und den Teamgeist immer hoch zu halten.”

Das ist das zweite Jahr in Serie, dass der NLB Vertreter im Relegationsspiel das NLA Team schlägt. Wie hast du die NLB wahrgenommen? Stärker oder schwächer als die letzten Jahre? Welche Teams haben Potential?
Tedeschi: “Die NLB hat sich wieder verstärkt. Mit den Teams von Winterthur, Luzern und Lausanne sind kompetitive Gegner herangewachsen die einem das Leben schwer machen können. Überrascht haben mich nur die Thun Tigers, diese Saison würden sie sicher gerne schnell vergessen und abhaken.”

Ihr habt die NLB dominiert. Was machte den Unterschied aus? Wo waren die Jets diese Saison so stark?
Tedeschi: “Ich glaube es war die ganze Vorbereitung auf die Saison hin. Coach Joachim Flückiger begann recht früh im Wintertraining die Spieler zu formen und auf einen konditionellen Stand zu bringen, damit es ihnen die ganze Saison, ohne grössere Einbrüche gelang, immer present und fokusiert zu sein. Coach John Brooks motivierte das ganze Team mit dem Motto “let us finish it”, lasst uns das zu Ende bringen was wir angefangen haben. Die Spieler wollten und brachten es auch zum Schluss. Ich denke unsere Stärke ist und bleibt das ausgewogene Pass- und Runspiel. Auf jeder der bezogenen Positionen spielen Schweizer die noch Potenzial haben und die aufzeigen das es auch ohne ausländische Verstärkung geht.”

Joe, wie lange spielst du schon bei den Jets? Ist das einer der schönsten Momente?
Flückiger: “Seit Beginn des AF in der Stadt Biel (Gründungsmitglied Bienna Bulls), seit 1983. Anfangs bei den Bienna Bulls danach bei den Bienna Jets. Dies ist mit Sicherheit einer der schönsten Momente die ich sportlich erleben durfte, aber in bald 28 Jahren Football gibt es einige unvergessliche Momente.”

Du bist jetzt 43 Jahre alt. Wie geht es mit dir persönlich weiter?
Flückiger: “Wie geht es weiter? Ja, diese Frage wird mir seit 10 Jahren immer wieder gestellt. Mit Sicherheit mit American Football! Aktiv oder passiv wird anhand meiner körperlichen Verfassung, zusammen mit der Familie entschieden.”

Brian und Kevin, ihr wart alles Bruderduo die gefährlichste Waffe der NLB 2011, wieso hattet ihr dieses Jahr einen solchen Impact?
Keene’s: “Ja, wir hatten eine gute Saison zusammen. Wir spielen schon seit 9 Jahren zusammen im gleichen Team. Ich denke durch die optimale Saisonvorbereitung im Winter konnten wir uns vorallem im Timing zwischen QB und Receiver verbessern. Dass wir schon so lange zusammen spielen hat sicherlich auch einen guten Einfluss auf unser Zusammenspiel.”

Mario, als TK interessiert dich vor allem die administrative Zukunft: Möchtest du aufsteigen? Was wird sich bei einem Aufstieg ändern? Imports? Gameday? Was sind deine Erwartungen bei einer NLA Saison?
Tedeschi: “Ja, wer nicht. In unserem Konzept liegen noch einige Pendenzen offen, die für eine NLA Saison erledigt werden müssen. (Die Stadt Biel muss sich sicher auch mal Gedanken machen wie es mit Garderoben aussieht für Teams die mit einem Kader von 50 Spieler anreisen). Im Allgemeinen denke ich aber, das wir nicht nur Kanonenfutter sein werden, wenn das Gros des Teams bestehen bleibt, sich erweitert und hier zähle ich noch 6 Junioren dazu die das Aktiven-Kader kompletieren, sollte es uns gelingen die Saison gut zu überstehen. Einer wird immer Letzter sein, nur denkt jeder, dass es nicht ihn selber trifft.”

  1. @lose says:

    Wer lesen kann ist im Vorteil. Es wird mit keinem Wortgesagt, dass Jets ohne Imports spielen werden. Mit dem Wettrüsten steht wohl eher die Frage im Raum, wie viele Imports sollen geholt werden um das Minimalziel, den Nicht-Abstieg zu verhindern. Schöne Ferien

  2. player says:

    Das die Jets ohne Imports in der NLA mitwirken wollen ist eigendlich nicht so geplannt. Der Aufstieg wollte klar ohne Imports geschafft werden, es war jedoch nie davon die Rede danach auch ohne Imports im A weiter zu spielen.

  3. Delmus Pinkston says:

    I think that the Jets have done it the best way! They made there Swiss players into a very good team that is built on Swiss Players. Not on Imports and saying we are the best Swiss team! Anyways Super Job Jets and I hope you do well next year!
    Great team work! Good Stuff!

  4. lose says:

    un dnoch was: euer vorhaben, ohne imports in der nla mithalten zu wollen, ist leider völlig illusorisch.

  5. lose says:

    nicht, um den jets etwas wegnehmen zu wollen, aber 2007 qualifizierten sie sich nicht für den nlb-final. den gewannen damals die broncos gegen die seahawks (7:6) – und zwar auch ganz ohne imports…;-)




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Taurus

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