Zum Rückspiel zwischen den Winterthur Warriors und den Thun Tigers musste der Winterthurer Head Coach Kaspar Müri mit einem absoluten Rumpfkader von lediglich 23 Mann auskommen. Als Folge des turbulenten Spiels von letzter Woche fehlten gesperrte Spieler und weiter haben die sechs Meisterschaftsspiele in Folge deutliche Spuren hinterlassen – es wird Zeit, dass die jungen Warriors wieder einmal ein spielfreies Wochenende hätten. Aber darauf muss man noch ein wenig warten.
Die Einstellung stimmte aber schon von Beginn an: Gleich mit dem ersten Drive stiessen die Warriors bis in die Red Zone der Tigers vor und beendete die erste Angriffsserie mit einem Field Goal. „Man muss die Punkte nehmen die sich anbieten” meinte Coach Müri nach dem Spiel zum Entscheid für den Kick Dies sicherlich auch mit einem freundlich gemeinten Seitenhieb an die Coach-Kollegen, welche lieber „aufs Ganze” gehen und dabei scheitern. Nun trat die Defense aufs Spielfeld und hielt die Tigers-Offense in Schach – vermeintlich in Schach, denn die Tigers überlisteten die Warriors mit einem Fake Punt, stiessen bis 20 Meter vor die Endzone der Winterthurer vor und der folgende Touchdown für die Thuner nach mehreren schönen Passspielzügen war verdient. Der Extrapunkt konnte erfolgreich geblockt werden, was für das Schlussresultat spielentscheidend sein würde. Bis zur Halbzeit neutralisierten sich die beiden Teams mehrheitlich und das 6:3 war zugleich auch der Pausenstand.
Nach dem erneuten Kickoff agierte die Warriors Defense sehr konzentriert, drückte die Angreifer der Thuner bis an deren eigene 2-Yard-Linie zurück und forcierten einen weiteren Punt, welcher sehr kurz geraten war. Im Gegenzug punktete die Warriors-Offense zum längst fälligen 9:6. Nur wenig später jubelten die Warriors zu früh, denn ein weiterer Touchdown wurde wegen einer Regelwidrigkeit aberkannt. Das letzte Viertel war an Spannung kaum zu übertreffen. Zuerst bewegten sich die Tigers mit schönen Pässen bis zum Touchdown zum 12:9. Die Extrapunkte holten sie sich dank einer wunderschön gespielten Finte: das Team stellte sich in Field Goal Formation auf, anstelle des Kicks spielte man aber einen Pass welcher zwei weitere Punkte auf die Tafel brachte.
Mit dem Spielstand von 14:9 starteten die Teams in die letzten beiden Spielminuten. Die Warriors demonstrierten nun, wie man mit einfachen Mitteln und einer Portion Gelassenheit den Gegner überlaufen kann. Drei Runs, drei First Downs, effektiver kann man nicht spielen. Die Uhr zeigte noch weniger als 60 Sekunden und man stand lediglich 3 Yards vor der Thuner Endzone, als Timo Schneckenburger mit einem schönen Pass bedient wurde und er dank seinem Touchdown das Skore auf 14:15 setzte. Ein weiterer Führungswechsel, diesen galt es nun über die Zeit zu retten. Die Tigers wurden weit in die eigene Hälfte zurückgedrängt und der Winterthurer Kristian Palushaj beendete die Partie dank einer Interception endgültig.
Dank diesem sechsten Sieg aus sieben Spielen konnte man den zweiten Tabellenplatz festigen und steht mit einem Fuss in den Playoffs.
Resultat: Thun Tigers-Winterthur Warriors 14-15
Text: Kaspar Müri/Manuel Aeberli
Bild: Alice Malherbe